48 Stunden in Berlin

Zwei Weltkriege, die DDR und die Wende: an Berlin ist die Zeit definitiv nicht spurlos vorübergegangen. Hier koexistiert Streetart mit historischen Gebäuden, geschäftige Startups brummen neben geschäftigen Nachtclubs, und es wird spürbar, wie die Spreemetropole zugleich in der Vergangenheit wurzelt und optimistisch nach vorne schaut.

Berlin hat etwas für jeden etwas zu bieten, ob Kunstliebhaber oder Geschichts-Afficionado, Nachtschwärmer oder Stadtkind. Zwischen Mitte und Kreuzberg, Friedrichshain und Prenzlauer Berg pulsiert das Leben und es gibt immer etwas zu entdecken. Zwei Tage, ein Stadtkarte, ein paar bequeme Schuhe (vor allem zum Tanzen): das ist alles, was ihr braucht, um Berlins Highlights – und einige Geheimtipps – zu erkunden. Vor allem ein gut ausgebautes U- und S-Bahn-Netz macht dies besonders einfach.

Brandenburger Tor, Berlin. Bild: iStock/narvikk

Tag Eins

Aufgewacht! Der Morgen fängt gut an, mit Kaffee und Croissants in einer der vielen renommierten Röstereien und hippen Cafés der Stadt – zum Beispiel Five Elephant oder Bonanza. Danach geht es zum klassischen Mitte-Programm. Vom chaotischen Alexanderplatz laufen wir Unter den Linden entlang bis zum Brandenburger Tor, vorbei an Theatern und Botschaften und der Humboldt-Universität. Unterwegs lohnt es sich zumindest kurz an der Museumsinsel zu pausieren und sich vor der Alten Nationalgalerie oder vor der Fassade des Neubaus des Berliner Stadtschlosses virtuell zu verewigen. 

Vorbei am Holocaust-Mahnmal spazieren wir weiter via Tiergarten zum Potsdamer Platz, wo im Februar die Berlinale Tausende Kinobegeisterte anzieht. Wenn Geschichte etwas für euch ist, dann ist es von hier nicht weit zur Topographie des Terrors, wo in einem ehemaligen Gestapo-Hauptquartier die Schrecken des Dritten Reiches dokumentiert werden. Für künstlerische Aufheiterung sorgt gleich nebenan der Martin-Gropius-Bau mit seinen ständig wechselnden Ausstellungen internationaler Künstler.

Berliner Dom. Bild: iStock/golero
Schloss Charlottenburg. Bild: iStock/CCat82

Wenn euer Herz für Architektur schlägt, solltet ihr den Reichstag mit seiner von Norman Foster entworfenen Kuppel aufsuchen. Noch weiter im Westen ist das Schloss Charlottenburg auch einen Besuch wert. Auch die jüdische Synagoge in der Oranienburger Straße ist sehenswert – in ihrer Kuppel finden immer wieder kleinere Kunstausstellungen statt.

Lasst nach so viel Kulturprogramm den Tag sacken. Am besten macht geht das im Kreuzberger Bite Club, der euch direkt am Spreeufer mit einer Welt voller Aromen empfängt. Probiert ihr euch durch Spezialitäten aus Asien und Südamerika oder regionale Leckerbissen und seht, wie die Sonne langsam über der Oberbaumbrücke untergeht. 

Tag Zwei

Raus aus der Stadt! Berlin ist eine der grünsten Hauptstädte Europas und der Grunewald im Westen Charlottenburgs ist eine seiner größten Grünflächen. Nach einer kurzen S-Bahn-Fahrt findet ihr euch auf dem Teufelsberg wieder, der so unverwechselbar ist, dass er in keiner anderen Stadt stehen könnte. Die ehemalige Radarstation aus dem kalten Krieg steht auf dem zweithöchsten Hügel der Stadt und ist die vielleicht größte Street Art Galerie Berlins mit Graffitis an jeder Ecke der Gebäude – inklusive der markanten weißen Kuppel. Früher war das Gelände allgemein zugänglich, nun müsst ihr an einer geführten Tour teilnehmen, um die Geheimnisse des Teufelsbergs aufzuspüren. Leider ist gegenwärtig die markante Terrasse samt Radarkuppel aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt.

Teufelsberg. Bild: iStock/Travel Photography
East Side Gallery. Bild: iStock/LordRunar

Nachdem ihr wieder zurück in der Zivilisation seid, stärkt euch am besten mit einem der Gemüsedöner, die quer über die ganze Stadt verstreut sind oder kehrt bei Burgermeister auf einen Burger und eine Portion Cheesefries ein. Von hier ist es nicht weit bis nach Friedrichshain zur East Side Gallery, wo eure Streetart-Erkundung weitergeht. Das längste verbundene Stück der Berliner Mauer wurde hier von vielen Graffiti-Künstlern in eine Open-Air-Galerie verwandelt. Die Kunstwerke sind allesamt politisch motiviert und wurden zu einem großen Teil in den Jahren 1989/1990 erschaffen. Unter den beliebtesten Fotomotiven sind das detaillierte, leicht hypnotische Werk von Schamil Gimajev ‘Worlds People, wir sind ein Volk’ und der Bruderkuss von Dmitry Vrubel. 

Weiter nördlich wartet der hippe Bezirk Friedrichshain mit Vintage-Geschäften und Flohmärkten. Einer der besten davon ist am Boxhagener Platz und bietet neben Kleidung auch Möbel, Lebensmittel und viele kleine Funde. Weiter nördlich ist der Mauerpark – mit Abstand der größte Flohmarkt Berlins und eine große Attraktion mit Freiluftbühne und Live-Musik.

Um auf euer Berlin-Abenteuer anzustoßen, lasst euch in einer der vielen Bars in Kreuzberg oder Friedrichshain nieder, vielleicht im LGBT-freundlichen Barbie Deinhoffs mit pinker Neonbeleuchtung und eklektischem Publikum. Wenn ihr dann noch Lust oder Energie habt, begebt euch zu einem der Open-Air-Clubs, wie Ipse oder Club der Visionäre und beschließt das Wochenende auf Berliner Art: auf dem Dancefloor.