Island, das „Land aus Eis und Feuer“, muss man mit eigenen Augen gesehen haben, um es wirklich zu verstehen. Überall scheinen uralte Mythen durch tosende Geysire und rauschende Wasserfälle zu wehen, während die Naturgewalten auf Schritt und Tritt spürbar sind. Hinter jeder Gletscherecke warten surreale Überraschungen – Momente, die staunen lassen und deine Fotogalerie prall füllen.
Bei so vielen spektakulären Sehenswürdigkeiten ist es nicht immer offensichtlich, wo man anfangen soll. Genau hier kommt dieser Island-Guide ins Spiel – dein unkomplizierter Begleiter für ein unvergessliches Abenteuer.
Island entdecken
Reykjavík

Im Herzen Islands liegt Reykjavík, die charmante Hauptstadt. Die kompakte Stadt steckt voller Highlights – von kleinen Boutiquen bis zur imposanten Hallgrímskirkja-Kathedrale. Reykjavík ist der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in die Wildnis und eine tolle Basis, um Island auf eigene Faust zu entdecken.
Der Golden Circle

Die rund 300 Kilometer lange Route ab Reykjavík führt zu einigen der berühmtesten Sehenswürdigkeiten des Landes: vom tosenden Gullfoss-Wasserfall über den brodelnden Geysir bis zu den dramatischen Landschaften des Thingvellir-Nationalparks. Ein Klassiker, den man sich nicht entgehen lassen sollte.
Reykjanes-Halbinsel

Die Reykjanes-Halbinsel liegt genau an der Grenze zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Platte – ein Hotspot geologischer Aktivität. Hier warten die heilenden Gewässer der Blauen Lagune, bizarre Lavafelder und moosbedeckte Felsen, die fast wie eine Mondlandschaft wirken. Kein Wunder, dass hier in den 1960ern die Apollo-Astronauten trainierten.
Der Norden

Akureyri, die „Hauptstadt des Nordens“, ist ideal für Naturliebhaber. Auf der Diamond-Circle-Route erwarten dich zwei der berühmtesten Wasserfälle Islands, der Mývatn-See mit reicher Tierwelt und Thermalbädern und bizarre Geothermallandschaften wie Námaskarð. Dazu kommen grüne Fjorde und Täler – eine Region voller Kontraste und Überraschungen.
Der Süden

Der Süden Islands vereint Feuer und Eis wie kaum eine andere Region. Hier findest du imposante Wasserfälle wie Skógafoss und Seljalandsfoss, schwarze Sandstrände wie Reynisfjara und die Gletscherlagune Jökulsárlón – ein Ort, der die ganze Bandbreite der isländischen Naturgewalt zeigt.
Die Westfjorde

Die abgelegenen Westfjorde im Nordwesten sind nur über einen schmalen Landstreifen mit dem Rest des Festlands verbunden. Diese Abgeschiedenheit macht ihren besonderen Reiz aus. Sehenswürdigkeiten wie der Dynjandi-Wasserfall inmitten unberührter Natur sorgen für Momente voller Ruhe und Staunen.
Die Ostfjorde

Weniger besucht, aber ebenso faszinierend: Die Ostfjorde bestechen durch tiefe Fjorde, bunte Fischerdörfer und wilde Rentiere. Wer hier unterwegs ist, kann sich gut vorstellen, den Geschichten von Elfen und anderen Sagengestalten zu begegnen – ein magischer Teil Islands.
Wann ist die beste Reisezeit für Island?
Man sagt: Wenn das Wetter in Island schlecht ist, warte einfach fünf Minuten. Bei einem Klima, das genauso unberechenbar ist wie die Landschaften, kann es schwierig sein, die beste Reisezeit festzulegen. Obwohl Island das ganze Jahr über schön ist, hängt die optimale Reisezeit letztlich davon ab, welche Art von Island-Abenteuer du suchst.

Wenn Walbeobachtung auf deiner Wunschliste steht, ist eine Reise zwischen Mai und September ideal, auch wenn viele Touren von April bis Oktober angeboten werden. Für die seltenen Orcas empfiehlt sich die Westküste von Januar bis März. Der Sommer ist immer eine gute Wahl: lange Tage, wärmeres Wetter, trockene Wanderwege und die Mitternachtssonne, die um die Sommersonnenwende im Juni fast 24 Stunden Tageslicht bietet.
Für Polarlichter ist die beste Beobachtungszeit von September bis Mitte April. Eine Reise im tiefsten Winter (November bis März) bietet die längsten und dunkelsten Nächte, doch auch die Übergangsmonate September und Oktober bieten ausgezeichnete Chancen.
Die richtige Route für dich
Für Erstbesucher
Wer zum ersten Mal einen Fuß in dieses mystische Land setzt, startet am besten in Reykjavík. Vor einer beeindruckenden vulkanischen Kulisse und umspült von den eiskalten Ufern des Nordatlantiks ist die Hauptstadt bereits ein Erlebnis für sich. Praktischerweise dient sie auch als Tor zur ungezähmten Wildnis der kleinen Inselnation.

Ein absolutes Muss auf deiner Reykjavík-Route ist der Golden Circle: An einem Tag lassen sich drei Naturwunder besuchen – stehe am Rand der Welt im Thingvellir-Nationalpark, spüre die Kraft des glutheißen Erdkerns beim Geysir und höre das tosende Wasser am Gullfoss-Wasserfall. Ergänze das Erlebnis mit der Suche nach Nordlichtern und einem entspannten Besuch der Hvammsvík Hot Springs, und du hast die perfekte Einsteiger-Route zusammengestellt.
Für Nordlichtjäger
Wer auf Nordlicht-Expedition gehen möchte, wählt Reykjavík oder Akureyri als Ausgangspunkt. Von dort aus hast du die besten Chancen auf Aurora-Sichtungen, wenn du mit einer organisierten Tour in die Dunkelheit hinausfährst. Unter der Anleitung eines erfahrenen Guides brauchst du dir um die Navigation keine Sorgen zu machen und gelangst zu den besten Aussichtspunkten weit entfernt vom Stadtlicht.

Plane dein Island-Abenteuer zwischen September und Mitte April, um die Chancen auf Aurora optimal zu nutzen. Die dunkelsten Nächte fallen zwischen November und Januar, allerdings können Wetterbedingungen andere Aktivitäten erschweren. Ein Besuch im September oder März bietet oft gleich mehrere Highlights: optimale Nordlichtchancen kombiniert mit Möglichkeiten für Wal- oder Orca-Beobachtungen.
Für Wellnessfans
Island ist ein echtes Ziel für Selbstfürsorge: Heiße Quellen und geothermale Bäder mit mineralreichem Wasser und beeindruckender Landschaft machen das Land zu einem der besten Wellness-Ziele weltweit. Spa-Hotels gibt es reichlich, und von Reykjavík aus lassen sich entspannende Momente problemlos mit Ausflügen zum Golden Circle, zur Südküste oder zur Gletscherlagune Jökulsárlón verbinden.

Ein Nachmittag in der Blauen Lagune sollte auf keiner Liste fehlen. Das milchig-blaue Wasser bleibt das ganze Jahr über 38–40 °C warm und ist von einer vulkanischen Landschaft umgeben, die das wohltuende Bad noch entspannender wirken lässt.
Für Roadtripper
Ein selbstgeführter Roadtrip zu Islands Wasserfällen, Geysiren und Lagunen bietet maximale Freiheit, ohne dass man auf Highlights verzichten muss. Unser Tipp: Starte an der Südküste und genieße spektakuläre Ausblicke und unvergessliche Sehenswürdigkeiten.

Beginne in Selfoss, direkt außerhalb von Reykjavík, besuche den Hveragerði Geothermal Park und dann den Golden Circle. Weiter geht es Richtung Vík: Schwarzer Sand am Reynisfjara Beach, dann östlich nach Skaftafell. Halte am Fjaðrárgljúfur Canyon oder bei der Gletscherlagune Jökulsárlón und am Diamond Beach, wo glitzernde Eisberge im ruhigen Wasser treiben. Eine letzte Rückfahrt nach Reykjavík rundet den Trip perfekt ab.
Für Tierfreunde
Wenn du Tiere liebst, sind die Sommermonate von Mai bis August ideal, um Island-Wildlife zu entdecken. Besonders praktisch ist eine Wildlife-Tour, bei der du gleich mehrere Highlights auf einmal erleben kannst. Eine Walbeobachtungs-Kreuzfahrt ist perfekt, wenn du viele Tiere gleichzeitig sehen möchtest.

Von Reykjavík aus geht es hinaus in die Faxaflói-Bucht, wo du die ozeanischen Bewohner Islands hautnah erleben kannst – majestätische Buckelwale, Minkwale, Delfine, Schweinswale und viele weitere Arten. Auch die Luft und die umliegende Küste sind voller einheimischer Vögel, darunter Papageientaucher, Trottellummen und andere. So ist die Tour sowohl für leidenschaftliche Wildtierfans als auch für Gelegenheitsbeobachter ein echtes Erlebnis.
Für Umweltenthusiasten
Island steckt voller beeindruckender Naturwunder. Für geologisch interessierte Reisende, die in die tektonische Struktur des Landes eintauchen möchten, empfiehlt es sich jedoch, Westisland als Reiseziel zu wählen. Die Region ist kompakt, bietet aber alles, was Island zu bieten hat – vom Silver Circle über Vulkane und Gletscher bis hin zu marsähnlichen Lavafeldern.

Von Reykjavík aus geht es zunächst in die mittelalterliche Stadt Reykholt. In der Umgebung liegen die Wasserfälle Hraunfossar und Barnafossar sowie die geothermischen Pools von Deildartunguhver. Als die heißeste und wasserreichste Quelle Europas, die Wasser mit 97 °C liefert, bietet der aufsteigende Dampf ein beeindruckendes Naturschauspiel.
Anschließend geht es zur ruhigen Halbinsel Snæfellsnes. Dort erwarten dich spektakuläre Landschaften, darunter der Snæfellsjökull-Gletscher – ein mächtiger, ruhender Vulkan mit 1.446 Metern Höhe. Außerdem lohnt ein Besuch des fotogenen Kirkjufell bei Grundarfjörður sowie des charmanten Örtchens Ólafsvík mit nur rund 1.000 Einwohnern, direkt am Nationalpark Snæfellsjökull gelegen.
Für Abenteuerlustige
Wer nach Island reist, liebt wahrscheinlich Action und Abenteuer. Für alle, die es besonders aufregend mögen, ist ein Island-Urlaub ideal, der Sightseeing mit richtigem Nervenkitzel verbindet. Langsames Reisen? Nein, danke. In Island ist Hochgeschwindigkeit das A und O für echte Abenteuerlust.

Beliebte Touren reichen von rasanten Schneemobil-Ausflügen bis zu spannenden Quad-Abenteuern. Ganz oben auf der Bucket-List steht eine Schneemobil-Tour über den riesigen Langjökull-Gletscher. Bei Quad-Touren kannst du über schwarze Sandstrände fahren und berühmte Flugzeugwracks erkunden – Adrenalin pur!
Wer es etwas ruhiger, aber trotzdem aufregend mag, sollte eine Gletscherwanderung ausprobieren. Keine Sorge: Ein erfahrener Guide zeigt dir zunächst die gesamte Ausrüstung und erklärt alles Wichtige. Dann geht es tief ins Eis, wo du die stille Einsamkeit der gefrorenen Landschaft genießen kannst, während der Guide sein Wissen über Flora, Fauna, Geologie und Gletscherkunde teilt.


