Paris unter der Erde: Die Katakomben von Paris


Paris steht für Glamour und gehört zu den Weltmetropolen, die man unbedingt erlebt haben muss. Hier dreht sich alles um Romantik und Eleganz – von den Boulevards im Haussmann-Stil bis hin zu den charmanten Cafés und Bistros. Doch unter den Straßen von Paris verbirgt sich eine ganz andere, groteske Welt. Wer auf seiner Städtereise nach etwas Außergewöhnlichem sucht, wird hier garantiert fündig.

Entdecke die Katakomben von Paris (les Catacombes de Paris): In diesem unterirdischen Labyrinth ruhen die Knochen und Schädel von Millionen ehemaliger Stadtbewohner:innen. Ein echtes Kontrastprogramm, das du so schnell nicht vergisst. Wir verraten dir alles, was du über das Buchungssystem, die verschiedenen Guide-Optionen, das richtige Schuhwerk und mehr wissen solltest.

Warum wurden die Katakomben von Paris gebaut?

Im späten 18. Jahrhundert befand sich Paris in einer makabren Hygienekrise. Die Friedhöfe der Stadt waren maßlos überfüllt – und so wurden die Grabinhalte von Les Innocents, einem kleinen Friedhof aus dem 12. Jahrhundert, nach monatelangen Regenfällen in einen nahegelegenen Keller gespült. Es musste ganz klar etwas unternommen werden. Als letzte Ruhestätte für die Leichen von Les Innocents wurde ein unterirdisches Netz aus alten Kalksteinstollen gewählt. Bei nächtlichen Prozessionen mit Priestergesang wurden die Gebeine von schätzungsweise zwei Millionen Menschen innerhalb von zwei Jahren in die heutigen Katakomben überführt.

Anfangs wurden die Knochen wahllos in den Tunnelnetzen aufgeschichtet. Und dann, im Jahr 1810 (nachdem etwa sechs Millionen Leichen von verschiedenen Friedhöfen in die Katakomben gebracht worden waren), ließ ein Mann namens Louis-Étienne François Héricart de Thury die Gänge restaurieren und die Knochen in beeindruckenden Mustern anordnen – möglicherweise als Zeichen von Respekt gegenüber den Verstorbenen. Bis heute sind die Pariser Katakomben das größte Beinhaus der Welt.

Geeignet für: Geschichtsinteressierte, die eine etwas ungewöhnlichere Seite von Paris entdecken möchten.

Geheimtipp: Komm am besten früh morgens, wenn weniger Reisegruppen vor Ort sind.

Buchungsfenster für die Katakomben

Mit der richtigen Planung bist du auf dem besten Weg, die großen Besucheranstürme zu umgehen. Die Tickets für die Katakomben sind schnell ausverkauft, vor allem zwischen April und Oktober.

Das offizielle Buchungssystem gibt die Tickets jeweils sieben Tage im Voraus frei. Setz dir dafür also am besten eine Erinnerung im Kalender. Beachte aber, dass die Warteschlangen selbst mit Standardtickets lang sein können, besonders an Wochenenden und in den Schulferien. Hier könnten sich Tickets für VIP-Touren lohnen.

Geeignet für: Reisende, die Paris im Frühling oder Sommer besuchen – besonders an Feiertagswochenenden.

Geheimtipp: Setz dir sieben Tage vor deinem Buchungstermin eine Erinnerung im Kalender.

Audioguide oder Führung?

Mit ihren scheinbar endlosen Knochenreihen erzeugen die Tunnel der Katakomben eine fesselnde Atmosphäre und lösen teils starke Emotionen aus. Bei einer geführten Tour mit einem Guide kommen die Geschichten der Katakomben noch stärker zur Geltung. Dabei erfährst du, was diese Ruhestätte so besonders macht und wie es unter anderem durch die Französische Revolution dazu kam.

Der Audioguide ist besonders preiswert und flexibel. Damit kannst du dich selbstständig und in deinem eigenen Tempo durch die Tunnel bewegen.

Geeignet für: Für alle, die die Katakomben lieber unabhängig und ohne zeitliche Einschränkungen erkunden möchten.

Geheimtipp: Bei einer Führung am Abend entsteht eine noch stimmungsvollere, düstere Atmosphäre als tagsüber.

Welche Schuhe sollte man in den Katakomben tragen?

Das richtige Schuhwerk für die Katakomben ist ein oft übersehenes, aber wichtiges Detail. In den Katakomben geht es etwa 130 Stufen rauf und runter. Dazu kommt der unebene und teilweise feuchte Steinboden, was die Besichtigung deutlich erschwert. Zieh dir also am besten feste und bequeme Schuhe mit gutem Profil an. Übrigens herrschen in den Tunneln das ganze Jahr über kühle Temperaturen von etwa 14 °C, also nimm am besten etwas zum Überziehen mit.

Geeignet für: Alle, die einen Katakomben-Besuch mit einem Stadtrundgang durch Paris verbinden möchten.

Geheimtipp: Nimm selbst im Juli oder August eine leichte Jacke mit.

Wo kann man in Paris am besten übernachten?

Wenn die Katakomben der Hauptgrund für deinen Besuch in Paris sind und du so schnell wie möglich mitten im Geschehen sein möchtest, ist das 14. Arrondissement der perfekte Ausgangspunkt. Wenn du es lieber etwas eleganter magst, ist das Quartier Latin am linken Seineufer die bessere Wahl – weniger hektisch, mit literarischem Flair und perfekt für entspannte Abende. In unserem Reiseführer zu den Stadtvierteln von Paris verraten wir dir die idealen Gegenden für deinen Aufenthalt.

Geeignet für: Luxusreisende, die überlaufene Touristen-Hotspots lieber links liegen lassen.

Geheimtipp: Wenn du in der Nähe von Denfert-Rochereau übernachtest, kommst du morgens ganz entspannt zu den Katakomben.

FAQs

Kann man die Pariser Katakomben auch besuchen, wenn man Platzangst hat?

Wenn du unter Klaustrophobie leidest, ist ein Besuch der Katakomben nicht empfehlenswert. Die Gänge sind schmal, es gibt 130 Stufen, und der Boden ist uneben und teilweise rutschig. Wenn du also Bedenken hast, lass diese Sehenswürdigkeit besser aus.

Zu welcher Jahreszeit ist in Paris am wenigsten los?

Für einen Besuch in Paris gelten Frühling, Herbst und Winter als ruhigere Reisezeiten. Die weniger vollen Straßen und die authentischere Atmosphäre können aber durchaus reizvoll sein.

Darf ich eine Tasche oder einen Kinderwagen in die unterirdischen Tunnel mitnehmen?

Eine Tasche mit einer Größe von 40 × 30 cm ist erlaubt, ein Kinderwagen aber nicht. Die Tunnel der Katakomben sind als Einbahnstrecken angelegt, daher können am Eingang keine Gegenstände abgestellt werden.

Wie lange dauert eine komplette Tour durch die Pariser Katakomben?

Ein normaler Besuch der Katakomben dauert etwa eine Stunde – das Treppensteigen ist dabei aber nicht mitgerechnet. Insgesamt kannst du mit 1,5 bis 2 Stunden rechnen.

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