Löwen beobachten, Sonnenuntergänge genießen, exotische Vögel entdecken: Eine Safari gehört auf jede Bucketlist! Aber wie plant ihr eure Traumreise in die Wildnis am besten? Welche Tiere könnt ihr wo sehen? Wir beantworten eure wichtigsten Fragen mit echtem Insiderwissen: Jorge Vallecillo Alvarez ist Contracts Manager bei Secret Escapes und hat in den vergangenen Jahren 6 Safari-Urlaube verbracht, einen davon über 3 Monate in 2 Reservaten in Botswana und Südafrika. Von ihm erfahrt ihr:
- Was alle wissen müssen, die zum ersten Mal auf Safari gehen wollen,
- Welche Tiere ihr in welchen Parks antreffen könnt,
- Welche Ziele erfahrene Safari-Fans besuchen sollten,
- Wie ihr bei der Planung eurer Reise Geld spart.

Wie fange ich mit der Planung an?
Jorge: Wie bei jeder Reise ist die wichtigste Frage: Was möchtet ihr sehen? Wollt ihr Safari pur und euch nur auf die Tierwelt konzentrieren? Möchtet ihr euer Safari-Abenteuer mit Stranderholung, einer Rundreise oder einem City-Trip verbinden, zum Beispiel auf einer Safari bei Kapstadt? Je mehr Antworten ihr findet, desto deutlicher wird sich euer Reiseziel ergeben.
Welche Tiere kann ich sehen?
Jorge: Es gibt die Big Five – Elefanten, Löwen, Büffel, Nashörner und Leoparden – und darüber hinaus noch so viel mehr zu sehen. Ich möchte euch ermuntern, euch nicht nur auf diese Tiere zu konzentrieren, sondern das Gesamtbild zu genießen. Eine Safari wäre nicht dasselbe ohne Zebras, Giraffen, Geparden, unzählige Antilopenarten und vieles mehr. Ein guter Reiseführer wird nicht nur die Wildtiere mit euch finden, sondern auch ihre Geheimnisse lüften und alle eure Fragen beantworten.
Wo kann ich die Big Five sehen?
Elefanten: Amboseli-Nationalpark (Kenia), Tarangire-Nationalpark (Tansania), Chobe-Nationalpark und Okavango-Delta (Botswana), Hwange-Nationalpark und Mana-Pools-Nationalpark (Simbabwe), Etosha-Nationalpark (Namibia), Addo-Elefanten-Nationalpark nahe der Garden Route und Kruger-Nationalpark (Südafrika). In geringerer Zahl oder unter schwierigeren Bedingungen seht ihr Elefanten in der Masai Mara (Kenia) und Serengeti (Tansania).
Jorge: “Eine meiner schönsten Begegnungen war in Amboseli, wo wir von einer riesigen Elefantenherde mit Babys umgeben waren, die eine Staubfahne hinter sich herzogen, während sie neben dem Fahrzeug liefen und uns das Gefühl gaben, winzig zu sein. Wie im Bilderbuch ragte dazu auch noch in der Ferne der Kilimandscharo auf.”
Löwen: Maasai Mara (Kenia), Serengeti-Nationalpark, Ngorongoro-Krater, Ruaha-Nationalpark und Nyerere-Nationalpark (Tansania), Kruger-Nationalpark und umliegende private Reservate (Südafrika), Okavango-Delta (Botswana), Hwange-Nationalpark und Mana-Pools-Nationalpark (Simbabwe), Etosha-Nationalpark (Namibia).
Nashörner: Kruger-Nationalpark und umliegende Reservate (Südafrika), Lake-Nakuru-Nationalpark, Lewa Wildlife Conservancy und Ol Pejeta Conservancy (Kenia), Mosi-oa-Tunya-Nationalpark (Sambia), Ngorongoro-Krater (Tansania), Etosha-Nationalpark (Namibia).
Jorge: “Ein Spitzmaulnashorn zu sehen ist schon beachtlich, aber ich hatte in Ol Pejeta 2022 sogar die Chance, ein junges Kalb und drei erwachsene Spitzmaulnashörnern, die in einen Paarungskampf gerieten, zu beobachten. Der Kampf wurde irgendwann so hitzig, dass sie fast in unser Fahrzeug liefen – zum Glück konnten wir den Motor starten, bevor sie uns zu nahe kamen! Aber wir fuhren voller Ehrfurcht davon, denn solche Szenen sieht man nur in Dokumentarfilmen.”
Leoparden: Gut versteckt in den meisten Parks zu Hause, aber vor allem Kruger-Nationalpark (Südafrika), Maasai Mara (Kenia) und Serengeti (Tansania).
Jorge: “Es ist ein Glücksspiel: Man kann ganze Tage damit verbringen, in den Bäumen, Schluchten und Büschen erfolglos nach Leoparden zu suchen, und ausgerechnet am letzten Tag beim Rückweg zur Lodge ein Tier finden, wenn man es am wenigsten erwartet – zum Beispiel einen riesigen Leoparden, der auf einem Baum schläft, wie es mir in der Maasai Mara passiert ist.“
Büffel in den meisten großen Nationalparks, die größten Herden im Chobe-Nationalpark und Okavango-Delta (Botswana), Serengeti-Nationalpark und Ruaha-Nationalpark (Tansania), Maasai Mara (Kenia), während der Trockenzeit entlang des Sambesi im Mana-Pools-Nationalpark (Simbabwe).

In welche Länder kann ich reisen?
Jorge: Der Süden und Osten Afrikas bieten die meisten Möglichkeiten für Safaris. In Südafrika mit seinen Nationalparks und Reservaten bucht man in der Regel einen Aufenthalt in einer Lodge und unternimmt täglich – morgens und abends – Pirschfahrten. In Ostafrika wiederum kombiniert man meist mehrere Parks miteinander. Zum Beispiel könnt ihr in Kenia Amboseli, Nakuru und Maasai Mara von Nairobi aus besuchen oder auf dem beliebten Northern Safari Circuit in Tansania Tarangire, Ngorongoro und einen Teil der riesigen Serengeti sehen. Safaris sind außerdem in Namibia, Sambia, Uganda, Ruanda und Botswana beliebt.
Hierhin solltet ihr fahren für…
… die Great Migration: Die größte Tierwanderung der Welt erlebt ihr in Kenia (Maasai Mara) und Tansania (Serengeti). Jedes Jahr ziehen über 1 Millionen Gnus und weitere Tiere wie Antilopen und Zebras ab Februar oder März über mehrere Monate durch die Savanne und kehren Anfang November von Kenia zurück nach Tansania. Vor allem die Flussüberquerungen zwischen Juni und August sind ein tolles Naturschauspiel. Es lohnt sich jedoch, auch die Nebensaison für eine Reise ins Auge zu fassen: “Die Maasai Mara ist weniger reizvoll, wenn 100 Autos neben euch parken und darauf warten, dass das erste Gnu in den Fluss springt oder ein Löwe ein Tier reißt”, sagt Jorge. Ende September und im Oktober könne man die letzten Tiere auf großer Wanderung sehen: “Bei vielen Sichtungen gab es nur uns und ein paar andere Autos.” Zudem rät Jorge davon ab, eine Safari ausschließlich um die Flussüberquerung herum zu planen, da dieses Naturereignis nie garantiert vorhersehbar ist. “Selbst in der Hochsaison könnte eine Gnuherde anwesend sein, aber einige Tage ruhen, bevor sie den Fluss überquert.”
…Gorillas und Schimpansen: Um diese beeindruckenden Menschenaffen zu sehen, könnt ihr nach Uganda und Ruanda reisen. In Ruanda ist das Gelände in der Regel besser zugänglich, die Genehmigungen für die Safaris jedoch recht teuer (ab ca. 1.500 $ pro Person). Uganda eignet sich, wenn ihr ein abgerundetes Safari-Erlebnis mit Gorillas möchtet, oder wenn ihr die Reise mit einem Besuch in Kenia und/oder Tansania kombinieren wollt.

Wohin zuerst? Welche Tipps hast du für meine erste Safari in Afrika?
Jorge: Fürs erste Mal empfehle ich Safaris in Südafrika, Kenia oder Tansania. In diesen Ländern werden sie schon lange angeboten und die Infrastruktur ist größtenteils vorhanden – in Südafrika etwa sind die Straßen geteert, die Parks eingezäunt und eine viel größere Auswahl an Unterkünften vorhanden als in anderen Ländern. Außerdem könnt ihr hier auch nach Kapstadt und in die Weinregionen reisen. Südafrika, Kenia und Tansania bieten die besten Möglichkeiten, Safari-Ausflüge mit anschließendem Strandurlaub zu verbinden. In Kenia gibt es großartige Parks wie den Amboseli-Nationalpark in der Nähe von Diani Beach.
Wer eine Selbstfahrerreise unternehmen möchte, dem rate ich, sich an Südafrika oder Namibia zu halten. Namibia gehört zu den sichersten Ländern mit guten Schotterstraßen und beeindruckenden Landschaften – die heimlichen Highlights eurer Reise! Hier gibt es außerdem den Etoscha-Nationalpark, einen der wenigen Parks in Afrika, in den Ihr mit dem eigenen Auto einfahren und in ausgewiesenen Bereichen campen dürft.

Welche Arten von Safaris gibt es?
Jorge: Im südlichen Afrika seid ihr in der Regel im offenen Safarifahrzeug mit einem Tracker-Sitz unterwegs, da ihr das Reservat nicht verlassen werdet. In den Ländern Ostafrikas dagegen fahrt ihr meist von Park zu Park in einem geschlossenen Geländewagen mit Aufstelldach. Es gibt aber noch viel mehr Arten, eine Safari zu unternehmen: Ich habe 2017 eine Kanu-Safari auf dem Sambesi in Sambia und Simbabwe gemacht – ein echtes Abenteuer! Ich bin 5 Tage lang den Fluss hinunter gepaddelt, habe auf Flussinseln gezeltet und Naturspaziergänge gemacht. Als wir das Mittagessen gekocht haben, haben uns sogar Elefanten besucht. Und auch zu Fuß kann man Safaris unternehmen, im Mosi-oa-Tunya-Nationalpark in Sambia könnt ihr sogar Nashörner auf diese Art finden. Ich habe das 2017 gemacht – es war ein unglaubliches Erlebnis, eine so große Kreatur 15 Meter von mir entfernt zu sehen, einfach unvergesslich.

Nationalpark oder privates Reservat – was ist besser?
Jorge: Nationalparks haben einen größeren Wildtierbestand und können an verschiedenen Punkten besucht werden, allerdings können sie in der Hochsaison stark frequentiert sein, vor allem die Maasai Mara und der Kruger-Nationalpark. Dafür ist der Zugang in der Regel günstiger als zu Privatreservaten. In privaten Reservaten ist das Fahren abseits der Straße oft erlaubt, sodass ihr näher an die Wildtiere herankommen könnt – in Nationalparks sind die Wege hingegen vorgegeben und dürfen keinesfalls verlassen werden. In Südafrika grenzen Sabi Sands, Londolozi und Mala Mala an den Kruger-Nationalpark und bieten fantastische Safari-Möglichkeiten. Zutritt gibt es nur für Gäste, die in den Lodges wohnen. Die Wildtiere können zwischen Nationalpark und Reservat frei umherlaufen. Buschwanderungen, Nachtfahrten und Sundowner-Stopps machen den Aufenthalt unvergesslich, während die meisten Nationalparks bereits um 17 oder 18 Uhr schließen. In Kenia könnt ihr das Mara North Conservancy, das Naboisho Conservancy oder das Lewa Wildlife Conservancy besuchen, ebenso wie das Ol Pejeta Conservancy, wo man die letzten beiden nördlichen Breitmaulnashörner der Welt sehen kann.
Ich habe schon Safaris unternommen, was kann ich noch erleben?
Jorge: Sambia ist ein großartiges Ziel für alle, die schon eine Safari erlebt haben. Es ist nicht so bekannt wie andere Länder. Hier könnt ihr die Victoriafälle sehen, die sich in Sambia und Simbabwe befinden – oder mit einem Ultraleichtflugzeug darüber fliegen, wie ich es getan habe – und die Gegend beim Bungee-Jumping, Kajakfahren oder auf langen Wanderungen in den Schluchten um Livingstone erkunden. Außerdem ist der Chobe-Nationalpark in Botswana mit seinen großartigen Möglichkeiten zur Tierbeobachtung nur wenige Stunden entfernt und leicht zu erreichen.
Einreise & Visum
Für einige afrikanische Länder benötigt ihr kein Visum, für andere wiederum müsst ihr vor Anreise einen Antrag stellen und Visumgebühren bezahlen. Ggf. sind bei Reisen mit Kindern zusätzliche Regelungen zu beachten. Die aktuellen Einreise- und Zollbestimmungen eures Ziellandes erfahrt ihr beim Auswärtigen Amt (Deutschland), beim Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (Österreich) oder beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (Schweiz). Zusätzlich wird empfohlen, die Vertretungen eures Ziellandes zu konsultieren, um ggf. kurzfristige Änderungen zu erfahren.

Safaris sind oft sehr teuer. Wie kann ich bei der Planung sparen?
Jorge: Es gibt definitiv Möglichkeiten, wie ihr auf Safari gehen könnt, ohne alle Ersparnisse auszugeben. Reist in der Nach- und Nebensaison! Das mag banal klingen, aber ich habe einige meiner besten Erfahrungen in diesen Zeiten gemacht. In der Safari-Hochsaison von Mitte Juni bis September, wenn sich die Tiere in der Trockenzeit an den Wasserquellen versammeln, steigen die Übernachtungspreise und einige Parks können sehr voll sein. Die Regenzeit hingegen bedeutet nicht etwa, dass es durchweg regnet, weshalb euch das nicht von einem Besuch abhalten sollte – immerhin werdet ihr die Parks fast für euch allein haben und Tierbabys sehen können. Wenn ihr euch für Vögel interessiert, ist dies ohnehin die beste Jahreszeit.
Auch die Great Migration lässt sich in der Nebensaison entspannter beobachten: Besucht den Park lieber im späten September und Oktober. Ich war zweimal in diesen Monaten dort und konnte beide Male noch die letzten Phasen in den Ebenen mit Gnu- und Zebraherden miterleben.
Falls Unterkünfte innerhalb eines Parks euer Budget sprengen, bucht eine Unterkunft außerhalb des Parks. Achtet dabei aber auf die Entfernung und den Zugang zu den Parkeingängen. Vermeidet generell Unterkünfte, die mehr als 20 bis 30 Minuten vom Park entfernt sind, da die Tore des Parks um 6 Uhr morgens geöffnet werden und es dort zu Warteschlangen kommen kann – vor allem, wenn ihr zum ersten Mal einfahrt und noch die Passkontrolle und Zahlung der Parkgebühren erledigen müsst. Ich habe schon in einigen Unterkünften außerhalb der Parks übernachtet, mit gutem Service für weniger Geld. Außerhalb der Serengeti zu übernachten, kann aufgrund der Größe des Parks schwierig sein, aber die Gegend um Seronera ist etwas erschwinglicher – und hier sind das ganze Jahr über Wildtiere zu Hause.

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Quelle Titelfoto: MrRuj / iStock / Getty Images


